TANKARD: Gerre Interview vom 22. April 2006 bei www.klanggewitter.com

Tankard feiern mit "The beauty and the beer" ihr 20jähriges Veröffentlichungsjubiläum. Da Frontmann Gerre immer bereitwillig für Interviews zur Verfügung steht, meldeten wir uns für einen Termin bei ihm an, um ihn zum neuen Silberling zu befragen. Durch ein ganz spezielles Ereignis im Tankard-Lager hatte der Gute jedoch einen dermaßen großen Energieschub erhalten, dass er kaum zu bremsen war und unseren so schön systematisierten Notizzettel inklusive der inhaltlichen Fragen binnen weniger Minuten völlig nutzlos machte...

Hallo!

Hallo, hier ist der Gerre aus Frankfurt!

Grüß dich! Na, hast du den Interviewmarathon am Wochenende gut hinter dich gebracht?

Joa, so viel war es gar nicht am Wochenende. Fünf oder sechs Stück oder so. Diesmal ist es mehr zerstückelt.

Musstest Du schon irgendwelche skurrilen Fragen beantworten?

Nicht wirklich eigentlich. Ich hoffe, ihr habt mal ein paar auf Lager.

Also gegen Ende kommt eine, da musst du vielleicht scharf nachdenken.

Alles klar. Also, wir sind hier gerade ziemlich im Stress. Tankard macht viel Promo und die aller-hammer-härteste Nachricht seit gestern Abend ist, dass wir am Samstag im Berliner Olympiastadion unseren Eintracht-Song präsentieren dürfen. Vor der Eintracht Kurve. Das wird natürlich ein hammergeiles Erlebnis!
(Anm. d. Red: Am 29.04.2006 standen sich im DFB-Pokal-Finale 2006 im Berliner Olympiastadion Bayern München und Eintracht Frankfurt gegenüber.)

Das wäre auch eine unserer Fragen gewesen. Wie seid ihr denn dazu gekommen?

Ach so, ihr wisst das schon!?

Ja, wir haben das auf eurer Homepage gelesen.

Alles klar. Ich dachte, ich könnte hier noch mal ein paar Überraschungen auffahren. Es ist so, dass wir ja mal unseren Beitrag für den "100 Jahre Eintracht" - Sampler geleistet haben, der 1999 ´raus gekommen ist und irgendwie haben die das in der Rücksaison jetzt dreimal im Stadion gespielt. Alle haben da total mitgegrölt und na ja gut, der Bezug zum Pokalfinale ist eben durch den Refrain da. Dann hat der Buffo, unser Manager, den ausfindig gemacht, der für die Musik im Stadion zuständig ist und ihn kontaktiert. Es ist so, dass wir vielleicht im Sommer eine neue Version davon aufnehmen wollen, mit einem neuen Text. Schauen wir mal. Jedenfalls kam dann am Montag ein Anruf beim Buffo ´rein, ob wir Lust hätten, am Samstag aufzutreten. Es hat wohl jeder Verein so acht Minuten Zeit für Fan-Songs und so was. Und wir dürfen dann da auftreten.

Das ist ja dann noch eine höhere Liga als ihr euch vorgestellt hattet.

Ja, mein Traum war es ja immer, im Waldstadion vor 60.000, mittlerweile nur noch 50.000 Fans mal "Schwarz-Weiß wie Schnee" zu brüllen und jetzt dürfen wir das in Berlin machen. Aber ist ja auch scheißegal! (lacht) Naja, und gestern sah es dann so aus als ob es doch nicht klappt, wegen DFB-Auflagen uns so...

... weil ihr zu laut seid?

...nein, nein, nein, wir müssen um ein Uhr da sein und das war bei uns so ein logistisches Problem. Aber jetzt hat mir gestern Abend der Mensch von der Eintracht gesagt, dass wir es an die Presse ´raushauen dürfen und jetzt sind wir alle sehr nervös. Also ich zumindest.

Ja, man merkt es gar nicht...

Nö, ich bin ja immer so.

Wie geht denn das Finale aus?

8:7 für Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen.
(Anm. d. Red.: Das DFB-Pokal-Endspiel endete mit einem knappen 1:0-Sieg für Bayern München)

Das ist ja mal ein guter Tipp. Okay, fangen wir mal an, über das neue Album...

... mehr habe ich eigentlich nicht zu sagen, ich wünsche euch noch einen schönen Tag... (lacht) Nun gut, war ein super Witz... kommen wir zum Tagesgeschäft zurück.

Ihr ward ja schon immer dafür bekannt, dass es nicht immer alles bierernst bei euch ist. Auf "The beauty and the beer" scheinen die Partylieder jedoch im Vergleich zum Vorgänger zu überwiegen, man hat das Gefühl, es ist wieder mehr geworden. Wie siehst du das?

Du meinst von den Texten her? Wir haben wieder versucht, eine gute Balance zwischen ernsten Sachen und Fun-Geschichten zu finden. Okay, wenn da jetzt ein oder zwei Fun-Texte mehr auf der Platte sind ‚ ich hab noch gar nicht nachgeguckt, ich muss mir die Texte noch mal durchlesen ‚ dann mögt ihr da vielleicht Recht haben, aber im Endeffekt steht das Konzept, eine gute Mischung nach wie vor zu finden. Mehr kann ich dazu jetzt gar nicht sagen.

Aber ist es nicht auch musikalisch der Fall? Natürlich habt ihr immer so die Mischung aus Thrash Metal und Partycharakter, aber die Gewichtung ist vielleicht immer in die eine oder andere Richtung unterschiedlich. Ihr geht z.B. nicht mehr so in die Knüppelbereiche wie beispielsweise bei "Under friendly fire" oder "Dead men drinking" vom letzten Album. Auch wenn es sich um Nuancen handelt, habt ihr den Partycharakter meiner Meinung nach etwas erhöht.

Ja, "Frankfurt: We need more beer" hat schon diesen Partycharakter. Aber wenn man selber drin steckt, ist das immer schwierig zu sagen. Insgesamt gesehen, im Vergleich zu "Beast of bourbon", ist das Material einen Tick melodischer. Zumindest von der Musik her, vom Gesang auf keinen Fall, würde ich sagen, der ist genauso hart wie auf der letzten Platte... (nachdem er das Schweigen am anderen Ende der Leitung wahrgenommen hat)... Ähm... widersprecht ihr mir da? (lacht)

(lacht) Wir haben schon ein bisschen geschmunzelt, weil...

... geht bei Andy Classen auch gar nicht, der akzeptiert keinen melodischen Gesang, da brauchst du gar nicht erst hinfahren.

Nein, wir reden ja auch nicht von melodisch im Sinne von 'Mainstream'.

Nein, also im Bereich der Gitarren ist es hier und da melodischer, ansonsten ist es Thrash Metal und es sind genau so geile, schnelle Abgeher drauf. Ich bin im Großen und Ganzen eigentlich relativ zufrieden. Auch was den Sound betrifft. Der ist etwas differenzierter, als auf der letzten Platte, man hört jedes Instrument gut raus. Was sagt ihr denn als alte Thrasher dazu?

(lacht) Der Sound ist viel geiler als auf der letzten Platte. Zwar hat Andy Classen schon immer gut gearbeitet, allerdings hörten sich viele seiner älteren Produktionen gleich an. Wenn man dann so Thrash Metal Bands nebeneinander hatte ‚ wie Spellbound, Final Breath oder euch ‚ dann hörte man immer diesen typischen Andy Classen Sound. Ihr habt auf dem neuen Album wieder mehr euren eigenen Tankard-Sound hervorstechen lassen.

Das ist doch schön zu hören für mich. Ich gebe es weiter an den Herrn Classen. (lacht)

Das ist ja eher ein Lob für euch als für ihn.

Gut, alles klar, aber er ist ja für den Sound zuständig. Es ging auch alles reibungslos bei ihm ab, es ist ja auch schon die dritte Platte bei ihm und wir sind gut aufeinander eingespielt. Da gab es keine Probleme und wie gesagt, soundmäßig hat er da noch mal was verändert, nachdem ich nicht mehr da war, und es mir zugeschickt, so dass alles transparenter war. Man kann jetzt nicht sagen, dass wir eine totale Kehrtwende gemacht haben und es nun melodischer Power Metal ist, es ist immer noch Geknüppel mit hier und da melodischem Einfluss. Auf der letzten Kreator sind ja auch super viele Melodien drin. Ich will jetzt nicht Tankard mit Kreator vergleichen, nicht dass ihr mich falsch versteht, aber das macht es irgendwie gerade aus. Zehn Lieder in einem Tempo runtergeknüppelt ist meiner Meinung nach langweilig.

Der Rahmen ist eben immer der gleiche, das ist auch gut so, keine Frage, trotzdem möchte ich noch einmal nachbohren...

...ja...

... ich habe mir die Platte angehört und zu jedem Song Notizen gemacht. Am Ende ist mir aufgefallen, dass fast bei jedem Song ÇOhrwurmrefrain´ stand.

Das ehrt mich, vielen Dank! (lacht) Ich denke mal, das ist einfach Tankard-Style. Da bin ich auch immer erpicht wenn ich die Gesangslinien mache, dass der Refrain irgendwie im Ohr hängen bleibt, weil ich auch wenn ich privat Metal höre, Mucke bevorzuge, wo ein Refrain ist, der einen Widererkennungswert hat. Ich denke mal, das ist typischer Tankard-Style, das haben wir schon immer versucht. Vielleicht ist uns das auf der Platte besser gelungen, aber das müssen die Journalisten beurteilen. Da kann ich nix zu sagen.

Gerade wenn man die Platte in der Hand hat und sich nur die Namen der Tracks anguckt, dann hat man den Refrain eigentlich schnell im Kopf und kann ihn mitsummen.

Ja cool!

Dann kommen wir doch mal ganz speziell zu dem einen oder anderen Song: Z.B. "Rockstars No. 1". Das soll jetzt keine Kritik sein, aber der Song hat wohl im Vergleich zu den anderen einen eher simplen Refrain.

Ja, der ist ziemlich simpel gehalten.

Ist dieser Kontrast gerade zum Titel "Rockstar No. 1" ein bewusst eingesetztes Stilmittel oder ist das purer Zufall?

Ich hatte diesen Gitarrenpart und wenn ich mich recht erinnere sollte eigentlich eine Strophe dazu gesungen werden, aber dann war es auf einmal ein Refrain und die anderen fanden es ziemlich gut. Ich fand es auch ein bisschen simpel, aber wir haben es so gelassen.

Also ist das eher ein Zufall, dass ausgerechnet der Song, der "Rockstars No. 1" heißt, so einen simplen Refrain hat?

Das ist purer Zufall, ja.

Ihr habt einen weiteren Song, der heißt "Metal to metal", bei dem scheint die Gitarrenarbeit von Power Metal Bands beeinflusst zu sein. Mit dem Thema Power Metal habt ihr ja auch schon auf dem Album "Kings of beer" gespielt. Ist der Song "Metal to metal" eine Trotzreaktion, weil ihr die Manowar-Coverversion nicht veröffentlichen konntet oder wie ist der Song entstanden?

Den Song hat der Andy geschrieben. Als ich den gehört habe, fand ich den ziemlich geil, aber mir war auch klar, dass er eher ein bisschen Powermetal-gleich abgeht. D.h., dass es kein typischer Tankard Thrash Song ist. Aber ich denke, wir haben einen ziemlich guten Refrain hingekriegt. Ich mache ja immer so komische Phantomtexte und habe eben die ganze Zeit "Ashes to ashes" und "Dust to dust" gesungen. Da haben wir halt gedacht, machen wir "Metal to metal" draus, als so eine Art Verarsche auf das ganze Metal-Klischee. Schon war der Song fertig. Der Andy hat da noch ein ziemlich gutes Akkustik Gitarren Geklimper vorne drangehängt, wo er ab und zu drauf steht und ich denke, das passt auch ganz gut zu dem Song.

Wurde eigentlich diese "Kill with rice" - Textzeile verbraten?

Woher kennt ihr die?

Weil wir in Köln schon über das neue Album geplaudert haben.

Aaah ja, okay. "Kill with rice" ist jetzt "Blue rage, black redemption". "Kill with riceî ist also leider nicht mehr dabei, aber neulich hat mich unser Merchandiser gebeten, dass ich ihm unbedingt unsere Demoversion brennen soll, wo ich andauernd "Kill with rice" rumbrülle. (lacht) Weil er es so lustig findet, mit Reis zu töten.

Ihr habt den Titel "Shaken not stirred", zu deutsch: ÇGeschüttelt, nicht gerührt.´ Das ist ja ein typischer James Bond - Ausspruch. Seid ihr alle Fans von ihm oder habt ihr das nur benutzt, weil es in irgendeiner Art und Weise wieder ums Saufen geht?

Ja, das ist wieder so "All you can eat" auf "All you can drink" umgemünzt, d.h. auf eine Art und Weise witzig. So sollte der Song erst heißen, das fand ich aber viel zu platt, so dass wir halt die eine Zeile rausgesucht habe: "Shaken not stirred". Ich finde, das passt ganz gut. Den Song finde ich übrigens ziemlich gut und wir haben auch lange überlegt, ob wir ihn vielleicht als zweiten Song nehmen und "We still drink the old ways" an den Schluss setzen, aber dann hat letzterer mir doch einen Ticken besser gefallen. Aber für mich ist "Shaken not stirred" ein würdiger Rauskehrer. Man muss bei einer Platte ja auch immer auf die Zusammenstellung achten. Dass man am Anfang Highlights hat, aber am Ende muss auch noch einmal ein Kracher kommen.

Der auch nicht zu lang ist...

... ja, die Songs an sich sind ja auch ein wenig länger ausgefallen, aber das war jetzt nicht beabsichtigt, das hat sich einfach so ergeben.

Der Song "Frankfurt: We need more beer" wurde in weiser Voraussicht auf den Pokalsieg geschrieben?

Ja genau, wir wussten es schon im Januar, dass wir Pokalsieger werden und in Frankfurt wird die ganze Stadt leer gesoffen. Deshalb der Hilferuf.

In Köln habt ihr gesagt, dass es Überlegungen gibt, eine Coverversion zu machen, jetzt ist auf unserer Promo keine drauf. Wird da noch was kommen?

Nee, die Idee haben wir wieder verworfen. Wir haben es bei zehn eigenen Stücken gelassen. Die Erstauflage der Platte kommt als Digibook und da wird auch der Videoclip drauf sein, den wir zu "The beauty and the beast" gedreht haben.

Habt ihr noch Songs übrig gehabt?

Nee, nee, nee, also wir sind immer froh, wenn wir alles fertig haben, bevor wir ins Studio gehen, es war wieder eine ziemliche Hatz und alles auf den letzten Drücker. Aber das ist bei uns eigentlich schon normal, dass wir immer so schludrig sind und immer bis auf den letzten Drücker warten bzw. es immer ´rausschieben und die letzten zwei Monate bricht das komplette Chaos aus, weil wir noch vier bis fünf Songs schreiben müssen. Aber gut, "We still drink the old ways" ist in den letzten Wochen entstanden und mein absoluter Fave auf der Platte.

Mit "The beauty and the beer" feiert ihr quasi euer 20jähriges Veröffentlichungdjubiläum, denn das Debüt erschien ja 1986...

... gut, dass ihr es sagt, da hat mich ja noch gar keiner drauf gebracht. Ein Grund mehr, um zu feiern!

Das wäre die Frage: ob da noch was ansteht?

Nein, die große Feier wird es nächstes Jahr geben zum 25jährigen Bandjubiläum. Dieses Jahr wird einfach so viel gespielt, wie möglich.

Und den Auftritt beim DFB-Pokalfinale kann man ja dann sozusagen als...

... joa, das ist eher eine kleine Clubshow, also nix Besonderes...

...in privater Atmosphäre...

... ja, genau! (lacht)

Ich weiß nicht, ob du sie kennst, es geht um die neue Sodom ‚ History-DVD...

... die ist sensationell gut! Zumindest habe ich sie mir mal irgendwann gekauft, konnte nachts nicht pennen und habe sie dann mal reingelegt. Sensationell geil gemacht, ich habe sie mir bis zum Ende angesehen und musste feststellen, dass meine betrunkene Fresse auch schon wieder drauf ist. Ich konnte mich gar nicht erinnern, wann wir das gemacht haben. Aber die ist auf jeden Fall sehr lustig, sehr gut gemacht.

Vor allem kommen nicht nur so Leute wie du zu Wort, sondern auch Sodom ‚ Ex-Musiker. Und das unverblümt und unzensiert. Wenn man eure Ex-Musiker fragen würde, was sie über dich sagen wollen, was würden sie dann sagen?

Das weiß ich doch nicht. (lacht) Das ist ja eine lustige Frage. Da kann ich nicht viel zu sagen.

Also bei Sodom sind ja beispielsweise nicht alle Musiker im Frieden von der Band gegangen, so dass es nicht überraschend ist, dass diverse Ex-Musiker auch das eine oder andere negative Wort über Tom verlieren. Aber das wäre bei euch nicht der Fall, oder?

Keine Ahnung, unseren ehemaliger Drummer Arnulf haben wir ja als einzigen aus der Band geschmissen. Keine Ahnung, was er zu mir sagt, aber zu allen anderen habe ich ein gutes Verhältnis und überhaupt keine Probleme. Unser ehemaliger Gitarrist, der Andy, hilft uns total bei den Texten und da besteht nach wie vor ein intensiver Kontakt.

Mal so eine allgemeine Frage zur Metal-Szene: Monat für Monat werden immer mehr CDs auf den Markt geschmissen und es wird alles immer gesichtsloser, so dass sich echte Typen wie du, Mille, Tom oder Schmier gar nicht mehr herauskristallisieren. Empfindest du das auch so?

Dazu kann ich nicht allzu viel sagen. Ich denke, die Leute, die ihr genannt habt, haben ja schon in den 80ern Mucke gemacht, von daher haben wir auch einen anderen Spirit. Wir waren bei den Anfangstagen vom Metal dabei, heutzutage ist es eine ganz normale Musikrichtung. Das sage ich jetzt mal so ganz doof, es ist nichts Besonderes mehr. Als ich 13 oder 14 Jahre alt war und mit dem Heavy Metal losgelegt habe, war das was komplett Neues. Man war auch so eine Art Vorreiter, denke ich mir mal. Du siehst ja, wie viele alte Bands es immer noch gibt und das finde ich ja auch nicht schlecht, aber so neuere Geschichten wie Soilwork oder In Flames höre ich privat auch, das finde ich auch gut. Das hat aber nix mit der Mucke zu tun, mit der ich aufgewachsen bin, versteht ihr. Ich höre mir halt immer noch gerne eine alte Overkill, Anvil, die erste Exciter oder die erste Exodus an. Das war die Musik, mit der ich groß geworden bin. So sehe ich das. Ob die Metalszene an sich gesichtsloser geworden ist, kann ich nicht sagen und will ich jetzt auch nicht beurteilen. Wir machen unser Ding, wir haben Spaß daran und das ist die Hauptsache. Alles andere ist eher zweitrangig für mich.

Wir habe ja auch vor der Veröffentlichung von "Beast of bourbon" gequatscht und da kam die Frage nach dem Frankfurt-Emblem auf: Im EMP-Katalog fand sich eine Abbildung des Covers, bei der das Wappen auf dem Schal drauf war, während es später für die CD an sich retouchiert wurde. Du hast damals gesagt, dass ihr es nicht zu fußballspezifisch machen wolltet. Jetzt hat das Biest auf dem neuen Cover aber ein SGE-Tattoo...

... wie das da drauf gekommen ist, ist mir auch ein Rätsel.

Wir dachten schon, ihr ändert von Tag zu Tag eure Meinung.

Nein, Quatsch. Das war auch schon auf dem DVD-Cover drauf, glaube ich?! Da hatte der Buffo wieder so ein bisschen seine Finger im Spiel.

Wir gucken mal nach, Moment... (nach einem beherzten Griff ins DVD-Regal)... Nein, da steht ÇMami´.

(lacht) Dann ist das auf Buffo´s Mist gewachsen. Ihr guckt euch aber auch alles ganz genau an, das gibt es ja gar nicht. Echt! (lacht)

Warum stammt das neue Cover eigentlich nicht aus der Feder von Sebastian Krüger?

Das war so geplant, aber kurz vorher hat der Krüger uns abgesagt, weil er zu viele Aufträge in Amerika hat oder ganz nach Amerika geht, so genau weiß ich es auch nicht mehr. Da mussten wir ganz schnell handeln und haben den Typen vom DVD-Cover gefragt und ihm als Vorlage dieses "The beauty and the beast" von Walt Disney gegeben. Ich denke, er hat gute Arbeit geleistet, zumal es ein bisschen eine Fortsetzung ist vom DVD-Cover. Ursprünglich war natürlich der Krüger geplant.

Gut, dann kommt jetzt die bereits angekündigte Frage zum Nachdenken: Und zwar stehen wir als Wuppertaler natürlich mit unseren Lokalmatadoren Contradiction in Verbindung, in deren Auftrag wir mal fragen sollen, ob du dich noch an den 9. Oktober 1993 und die Wuppertaler Uni-Halle erinnern kannst?

Der Name sagt mir was. Ja, da haben wir einen Auftritt gehabt und da hat der Bruder von Udo Dirkschneider mit seiner Band gespielt...

...Trinity...

... so genau weiß ich das nicht mehr. Aber das war schon in einer riesengroßen Halle. Dunkel kann ich mich dran erinnern, ich weiß, dass wir da waren.

In der Mail vom Oli, dem Gitarristen, stand so was wie Çhat super Spaß gemacht mit den Säufern´, also gibt es von deiner Seite wohl eher keinen Kommentar!?

(lacht) Grüßt die Jungs mal von mir!

Wird gemacht. Dann sind wir auch schon durch.

Ich muss auch gleich los, wir haben heute noch eine Fernsehaufzeichnung für einen lokalen Sender, "Rhein-Main-TV". Da wird auch unser Videoclip gezeigt und es geht um das Pokalfinale, blablabla. Im Moment bin ich hier schwer im Stress mit Tankard. Morgen muss ich nach Paris fliegen, Interviews machen. Mal gucken was passiert.

Habt ihr da eine große Fanbasis?

Ich habe mich auch etwas gewundert, dass ich nach Paris fliegen muss, aber zwei Tage Ruhe vor dem Sturm ist auch ganz gut, denn als wir diese Olympiageschichte ´rausgeballert haben, kamen Mails und Anrufe, da könnte ich Ruhe gut gebrauchen. Wäre nicht verkehrt.

Gut, wenn du noch was zu sagen hast, kannst du es noch loswerden. Von unserer Seite natürlich vielen, vielen Dank für das Interview!

Vielen Dank natürlich auch für euren Support und ich hoffe, dass wir uns auf irgendeinem der nächsten Gigs sehen. Weiterhin frohes Schaffen und ich hoffe, dass ich nicht betrunken in den Graben falle am Samstag. Macht´s gut!


Defroster & ShamRock