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Das
kultige Metal Forces Festival geht bereits in seine achte Runde,
und wieder einmal hat es Veranstalter Daniele Milizia geschafft,
ein hervorragendes Billing auf die Beine zu stellen, das im
Laufe des Abends noch für einige Überraschungen sorgen
wird. Zum ersten Mal findet der Anlass nicht im alterwürdigen
Burghof, sondern im Wasserwerk statt, welches etwas mehr Platz
bietet. Erst einmal wird aber einer Tradition nachgekommen,
denn das Konzert beginnt mit einer satten Verspätung, was
die bereits sehr zahlreich versammelten Anwesenden aber locker
nehmen.
Dann geht s aber los, und die Osnabrücker Dawn Of Disease
entern ohne Soundcheck die Bühne. Obwohl der Sound zu Beginn
ziemlich schlecht ist und die Gitarren kaum auszumachen sind,
gibt die Band Vollgas, und ihr Uptempo-Death-Metal mit amerikanischen
Einflüssen, manchmal simpel, manchmal technisch, kommt
gleich bestens an und die ersten Matten werden geschüttelt.
Sänger Thomas legt sich entsprechend ins Zeug und erinnert
vom Stageacting her manchmal an Corpsegrinder von Cannibal Corpse.
Der Schwerpunkt des Sets liegt ganz klar auf der Debüt-Mini-CD
von Dawn Of Disease mit dem klingenden Namen Through Bloodstainded
Eyes , von der sämtliche Songs gespielt werden. Obendrauf
gibt s noch das neue Fried Genitals , das ebenfalls hervorragend
aufgenommen wird. Der Applaus ist warm und laut, und nach dem
starken Reincarnation ist nach einer halben Stunde auch schon
wieder Schicht um Schacht. Starker Gig, und Dawn Of Disease
müssen wiederkommen - allerdings mit besserem Sound.
Setlist
Dawn Of Disease
Through Bloodstained Eyes
Cut Per Cut
Sadistic Ejaculation
Rape The Unborn
Lust Auf Morden
Realies (Realize The Lies)
Fried Genitals
Reincarnation
Schon während Davidian ihre Instrumente umschnallen werden
sie von der hungrigen Meute angefeuert, und folgerichtig wird
ihr Gig ein einziger Triumphzug. Treibenden, modernen Thrash
Metal mit Machine-Head-Anleihen hat sich die Band auf die Fahne
geschrieben, und dieser Sound geht gleich total in die Beine
und der erste Moshpit formiert sich vor der Bühne, in dem
es auch recht heftig zu und her geht, vor allem die Metal Maniacs
Markgräflerland machen eine Menge Stimmugn. Davidian selbst
sind offenbar überrascht über die super Stimmung,
geben dann aber logischerweise Vollgas und sorgen für pausenloses
Headbanging. Obwohl ich selbst kein allzugrosser Freund von
modernem Metal bin, gefallen mir Davidan richtig gut, was auch
an der Stimme des Sängers liegt, der von der Tonlage wie
ein junger James Hetfield rüberkommt. Ausfälle in
der Setlist gibt s keine, ist aber auch schwierig bei 7 Songs.
Die dreissig Minuten fliegen regelrecht vorüber, und das
als Zugabe dargebotene Machine Head-Cover Davidian setzt dem
Ganzen dann noch die Krone auf. Ein sackstarker Auftritt und
die erste handfeste Überraschung des Abends!
Setlist
Davidian
Religious Exploitation
Revenge Be Mine
Entertainment
Let Us Rise
Davidian Massacre
Feelings Of Anger
Davidian (Machine Head-Cover)
Können
Tremors diese Stimmung halten? Sie können! Die Hütte
ist nun richtig voll (ca. 360 Leute sind anwesend, darunter
Prominenz von Destruction und Umount) und ein Durchkommen vor
die Bühne gestaltet sich als unmöglich. Das Sextett
bangt von der ersten Minute an wie ein Mann, und die meistens
im Midtempo gehaltenen Kracher bieten sich dafür auch bestens
an. Brutale Härte paart sich mit diffusen und sanft eingeschobenen
Keyboards, die der Musik einen kalten Anstrich verpassen, während
sich Sänger Christian die Seele aus dem Leib brüllt,
kreischt und schreit, wenn er nicht gerade seine beeindruckende
Matte in Bewegung hält. Der Bassist ist der ruhige Pol
der Band und eher unauffällig, während der Drummer
ein sattes Pfund drauf hat und ordentlich auf sein Kit einprügelt.
Die Mischung aus melodischem, eiskaltem Death Metal und Black
Metal-Einsprengseln kommt hervorragend an, so dass sich die
Band das eine oder andere zufriedene Grinsen nicht verkneifen
kann. Einen brandneuen Song mit dem Titel Mental Massacre wird
einem auch noch geboten, und erneut geht die Sache viel zu schnell
zu Ende. Tremors wollen bereits die Bühne verlassen, aber
nix da, die Band wird gnadenlos zurückgebrüllt und
zurückgepfiffen, und als Zugabe gibt s die kurze Brutal
Death Metal-Nummer Fire Of Awakening , die das bisherige Highlight
des Abends beendet. Tremors hatte ich überhaupt nicht auf
der Rechnung, aber die Band hat es definitiv verdient, zum zweiten
Mal auf dem Metal Forces Festival spielen zu dürfen. Geile
Sache, und diese Band sollte man im Auge behalten, denn hier
ist eine Menge Death/ Black Metal-Potential vorhanden!
Setlist
Tremors
Intro
Slow Down
Outburn
Killing Aggression
From Below
Mental Massacre
Hypocrites
Down In The Grave
Eternal Question
Suicide
Fire Of Awakening
Die
nun folgenden Jesus Chrysler Superskunk sind ebenfalls bereits
zum zweiten Mal dabei. Mit ihrer Mischung aus Thrash Metal und
Stoner Rock hat die Band heute Abend die Aussenseiterrolle inne,
zieht aber eine kompetente Show vom Leder. Bereits beim ersten
Song knalle Pyros, und die Band um Ex-Destruction-Schlagzeuger
Sven Vormann und Ephemera s Party-Sänger Thomas (noch einer...)
geht voll aus sich raus und glänzt mit einer ohrenzerfetzenden
Lautstärke. Die Stoner-Anteile beschränken sich live
auf ein Minimum, und die Folge ist ein riesiger und gnadenloser
Moshpit vor der Bühne, der auch bald die ersten Opfer fordert.
Thomas hat einige obskure Ansagen drauf und die ganze Show ist
auf ihn fokussiert, während der Bassist seine 6 (!) Saiten
laut dröhnen lässt. Mit der Zeit verlassen mehr und
mehr Leute den Raum, aber Jesus Chrysler Superskunk lassen sich
davon nicht beirren und spielen einfach weiter, und auch eine
Zugabe wird ihnen gewährt, nachdem Drummer Sven an den
Bühnenrand gekommen ist und sich über das Mikrofon
freundlich erkundigt hat, ob man noch einen spielen dürfe.
Zum Abschluss gibt s noch links und rechts Feuer auf der Bühne,
und obwohl am Ende nicht mehr viele Leute anwesend waren, darf
die Band den Gig als gelungen verbuchen.
Setlist
Jesus Chrysler Superskunk
Mountain King (Intro)
Loudest No
MT Head
Dschihad
No One Knows My Name
Endtime Music
Spit A Prayer
Fighting Day
I&I United
Revolution
Fear Freedom
Und
dann folgt eine Institution, eine der grössten und besten
Party-Bands der deutschen Metal-Szene: Die Alcoholic Thrasher
von Tankard. Bereits während dem Intro steht das Wasserwerk
Kopf, und als Gerre dann seinen stattlichen Vorbau auf die Bühne
schiebt und gleich anfängt zu headbangen und Luftgitarre
zu spielen, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Thrash-Knaller
wie Need Money For Beer , Space Beer oder die neueren Slipping
From Reality und Rectifier bringen den Saal zum Kochen und erneut
tobt vor der Bühne der Moshpit. Gerre ist gut drauf, albert
herum, outet sich als Fussfetischist, merkt an, dass das Publikum
doch ziemlich intellektuell sei, nachdem eine Alkoholleiche
irgendetwas Sinnloses ins Mikro gebrabbelt hat, leert beinahe
alleine einen Kaste Bier und läuft munter auf der Bühne
hin und her. Während des Gigs steigt einmal noch Lord Born
von den Metal Maniacs Markgräflerland auf die Bühne
und präsentiert sein nicht zu kleine Bierweste. Nicht schlecht...
Das Mikro stinkt offenbar nach den ersten Songs bereits derart,
dass es auf Gerres Wunsch hin ausgewechselt werden muss. Aber
auch der Rest der Band gibt alles, schade nur, dass die Band
erst um ein Uhr morgens auf die Bühne ging und somit viele
Zuschauer bereits vorzeitig den Heimweg antreten. Die Verbliebenen
mobilisieren dafür die letzten Kräfte und bekommen
knallharte Thrash Metal-Hammersongs wie Die With A Beer In Your
Hand , Freibier oder New Liver Please ( Der einzige Song von
uns, der ernsthaft ist und sich nicht ums Saufen dreht! Gerre)
serviert, und natürlich müssen die Frankfurter auch
für Zugaben auf die Bretter zurück, und Alien und
(Empty) Tankard schrauben den Party-Faktor nochmals in die Höhe,
ehe sich die Band sichtlich erschöpft vom Publikum verabschiedet.
Wer nicht dabei war, hat definitiv etwas verpasst.
Fazit: Die Reise nach Lörrach hat sich definitiv gelohnt,
nur der Zeitplan sollte nächstes Mal etwas besser eingehalten
werden. Ansonsten: Beide Daumen hoch, und man sicht sich an
der neunten Ausgabe des Metal Forces Festival...

Setlist
Tankard
Need Money For Beer
The Morning After
Zombie Attack
Slipping From Reality
Queen Of Hearts
Space Beer
New Liver Please
Maniac Forces
Die With A Beer In Your Hand
Nation Over Nation
Dancing On Our Grave
Alcohol
Don t Panic
Rectifier
Beyond The Pubyard
Freibier
Chemical Invasion
Poison
Alien
(Empty) Tankard
Alle
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