Steel
Meets Steel Festival 2004
Scanner,
Interitus Dei, The Forsaken, Tankard
Castrop Rauxel, Spektrum
01.10.2004
Geil,
geil, geil! - Das ist die komprimierte Berichterstattung über
das dritte Steel Meets Steel - Festival im Spektrum zu Castrop
Rauxel. Wem das reicht, um nächstes Jahr auch dort aufzukreuzen,
der kann sich die folgenden Zeilen ersparen. Für alle die,
welche noch skeptisch sind, ist dieser Bericht gedacht:
Nach all den großen Massen - Veranstaltungen der diesjährigen
Open Air - Saison wurde es endlich wieder Zeit für einen
intimeren Club - Gig. Da kam für uns das Steel Meets Steel
- Festival gerade recht, für das eindeutig die fast schon
abgedroschene Phrase gilt: "klein aber fein"!
Dabei erwies sich die Location als äußerst cool. Das
Spektrum' ist ein gemütlicher Club mit einer Bühne,
vor der ausreichend Platz ist, um sich auszutoben. In den Randbereichen
des Raumes gibt es natürlich die Theke, sowie zahlreiche
Barhocker und -tische. Auf einer Art Empore stehen zudem noch
einige Tische zum sich-Hinsetzen, aber davon machten an diesem
Abend logischerweise die wenigsten Fans Gebrauch. Nicht zu vergessen
ist die an dem Abend gut funktionierende Klimaanlage, die stickige
Luft und schweißnasse Shirts nicht zuließ (klingt
verweichlicht, aber in unserem Alter ist das erwähnenswert...).
Der Eintritt für das Festival wurde im Vorfeld nach erfolgter
Kalkulation durch die Veranstalter kurzfristig noch um ein paar
Euro gesenkt - wo gibt es das schon? Als kleinen Bonus gab es
einen Stock höher noch einen Metal Markt, der bei einer Hand
voll Ständen sogar ganz ordentlich sortiert war. Wir wurden
reibungslos in die Halle gelassen, ohne dass ein Security - Typ
sich profilieren musste und überhaupt herrschte eine sehr
entspannte Atmosphäre. Die doch außergewöhnlich
lange Spielzeit ist wohl deshalb möglich, weil das "Spektrum"
etwas außerhalb sämtlicher Wohngebiete liegt. Optimale
Voraussetzungen also für einen wunderbaren Abend...
Aus
zeitlichen Gründen gelangten wir erst ins "Spektrum",
als Scanner bereits ordentlich musizierten. Eine geballte Ladung
True / Speed Metal erwartete die ca. 100 anwesenden Leute in
dem gemütlichen Club von einer Band, die irgendwie nie
so richtig den Durchbruch schaffen konnte - und das trotz der
Veröffentlichung von mittlerweile fünf Studioalben
mit teilweise hochwertigem Songmaterial. Allerdings präsentierten
sich die Musiker nicht besonders bewegungsfreudig (nicht nur
wegen des geringen Platzes auf der Bühne) und die Bassistin,
die während des Auftritts keine Miene verzog, schien irgendwie
regelrecht lustlos zu sein (oder extrem introvertiert bzw. nervös).
Lediglich Sänger Efthimios Ioannidis gab diesbezüglich
eine gute Figur ab. Die Songs kamen allerdings sehr gut an und
nach dem letzten Stück des Abends, dem gleichzeitig vielleicht
besten der Bandgeschichte, "Puppet on a string" (vom Album "Ball
of the damned") (klingt wie 'Papp' et onne String' - Hefte es
an eine bestimmte Form der Unterhose'?! - Saint83), ernteten
Scanner zurecht lautstarke "Zugabe" - Rufe. Eine musikalisch
reife Leistung, meine Herren!
Bis
dato unbekannt waren uns Interitus Dei, die ihren Stil selbst
als Doom Gothic Metal beschreiben und die bislang drei CDs veröffentlicht
haben. Die Rumänen traten gleich mit zwei Sängern
auf, wobei Bogdan Boeru (gleichzeitig Bassist) für die
tiefen Tonlagen zuständig ist. Der zweite Mann am Mikro,
Adrian Galu, wirkte wie ein Fremdkörper und sein melodischer
Gesang (so war es zumindest angedacht) konnte nicht gerade überzeugen.
Bis auf Boeru zeigten alle anderen Musiker erneut einen äußerst
geringen Aktionsradius. Insgesamt waren die Songs nur teilweise
gut anzuhören und gingen unserer Meinung nach oft in Richtung
'nervige Schülerrock - Band'. Die Anzahl an Fans vor der
Bühne war im Vergleich zu Scanner folglich deutlich gesunken.
Die Band hat zumindest unseren Geschmacksnerv nicht getroffen
hat - aber vielleicht war es auch schon das Warten auf die zwei
"Großen', das den einen oder anderen Song überflüssig
erschienen ließ...
The
Forsaken mussten die letzte Tour mit Soilwork und Caliban ohne
ihren eigentlichen Bassisten und ihren Sänger bestreiten,
nun saßen allerdings zum Glück wieder alle im Boot.
Die Lautstärkeregler wurden weiter aufgedreht und die Haare
(nahezu aller Bandmitglieder) kreisten (nahezu permanent) in
der Luft. Schlagzeuger Nicke Grabowski hämmerte auf insgesamt
sieben verschiedenen Becken und einer ganzen Menge Trommeln
herum. Sänger Anders Sjöholm erinnert vom Aussehen
und der Statur ein wenig an Johann Hegg von Amon Amarth. The
Forsaken traten dem Publikum ordentlich in den Hintern, lockten
nahezu alle Anwesenden vor die Bühne, um zu Headbangen,
und begeisterten die Menge zudem mit einer megaschnellen Coverversion
von Metallicas "Blackened". Geiler Auftritt und für Tankard
eine hoch gelegte Messlatte!
Ob
sich Tankard am Abend direkt um die Ecke noch das Gastspiel
ihrer Eintracht in Essen angeschaut haben (Endergebnis 4:4!),
entzieht sich unserer Kenntnis... Schon im Vorfeld waren viele
Tankard - Shirts zu sichten und als sich der Auftritt der Frankfurter
Thrash Metal - Band ankündigte, gruppierten sich dann auch
diverse Kuttenträger vor der Bühne. Tankard - Manager
Buffo, der kurz zuvor noch sternhagelvoll mitten im Raum auf
einem Hocker sitzend zu den Klängen von The Forsaken seinen
Kopf hin- und herbewegt hatte, organisierte noch schnell einen
Bierkasten für seine Jungs. Für diesen fand er allerdings
keinen Platz auf der Bühne, da dort bereits ein weiterer
postiert war, und somit nahm er ihn prompt wieder mit. Endlich
dröhnten die ersten paar Sekunden des Songs "Alien" als
Intro aus den Lautsprechern, bevor Tankard mit "Need money for
beer" lospreschten.
Spätestens
jetzt sollte jedem das Trommelfell weggeblasen worden sein.
Schon bei der ersten Ansage von Sänger Gerre wurde klar,
dass auch bei ihm die Lampen hell leuchteten. Seinen Vorsatz,
nicht so viel Unsinn zu reden, konnte er jedoch bis zum Ende
nicht in die Tat umsetzen. So kommentierte er beispielsweise
den völlig schief aufgehängten Tankard - Banner: "Das
geile an Tankard ist, dass die Crew immer viel besoffener ist,
als die Band. Guckt Euch mal den Banner an! - Das fandet ihr
jetzt nicht witzig, oder?" Nach den beiden alten Schoten "The
morning after" und "Zombie attack" folgte (laut Gerre) "Hitsingle
Nr. 48" vom neuen Album, "Slipping from reality". Den Bierbauch
des Mannes in der Eintracht Hose zu berühren dürfte
ebenso ein Begehren für Metal Fans sein, wie für Katholiken
die Hand des Papstes zu küssen. Es folgten "Space beer",
"New liver please!" und der uralt Klassiker "Maniac forces".
Schon nach den ersten Songs waren die "Empty Tankard" - Rufe
laut geworden, die Herr Geremia jedoch sofort unterband: "Das
spielen wir erst in drei Stunden".
Nach
dem 11. Gebot, "Die with a beer in your hand", folgte der "Alcohol"
(Gerre: "Der erste gute Song, denn der ist nicht von uns!")
. "Don't panic", "Rectifier" (Gerre: "Ein Song, von dem ich
bis heute den Text nicht verstehe!") und "Beyond the pubyard"
ließen die Stimmung zum Höhepunkt kommen. Bei "Freibier"
enterte eine junge Dame die Bühne, um Gerre etwas ins Ohr
zu flüstern. Vor lauter Freude über einen weiblichen
Fan, klemmte dieser jedoch das Mädel unter den Arm und
ließ sie den Rest des Liedes nicht mehr los. Davon überzeugen,
zu singen, konnte er sie allerdings nicht. Bei "Chemical invasion"
blieb sie dann freiwillig (mit einem Bier getröstet) auf
der Bühne, was ca. 10 weitere Headbanger veranlasste, auf
selbige zu klettern und mit dem Headliner des Tages die Köpfe
kreisen zu lassen. Tankard spielten souverän ihren Stiefel
runter und ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen,
im Gegenteil. Das Ganze wurde eine riesige Party vor und auf
der Bühne. Nachdem die Bretter für die Zugabe "Alien"
zunächst freiwillig von den begeisterten Fans geräumt
worden waren, stiegen sie schließlich zu "(Empty) Tankard"
doch wieder hinauf . Tankard schenkten ihren Fans Bierflaschen,
suchten den Kontakt (ohne eine störende Security), hatten
sowohl einen geilen Sound, als auch eine geile Setlist und haben
ordentlich Party gemacht. Die "Kings of beer" waren einfach
nur genial!
Bands und Location waren richtig gut, das Ganze fand in einem
äußerst fanfreundlichen Rahmen statt und gespielt
wurde bis ca. 01:30 Uhr. Wer die Möglichkeit hat, dieses
Festival aufzusuchen, der sollte sie nutzen. Besser geht's kaum
noch!
Saint83 + warrior233
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Setlist
Tankard:
Intro
Need money for beer
The morning after
Zombie attack
Slipping from reality
Space beer
New liver please!
Maniac forces
Die with a beer in your hand
Alcohol
Don't panic
Rectifier
Beyond the pubyard
Freibier
Chemical Invasion
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Alien
(Empty) Tankard |
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