Plattenkritik: B-Day    http://www.possessed.de

Tankard
B-Day
Front

Kategorie: Speed thrash
Sound: 6
Musik: 6
Vocals: 6
GESAMT: 6

REVIEW: Happy Birthday, Jungs! Eine Band wird 20. Fernab von jeglichen Trends, ohne irgendwelche Unterbrechungen die in einer unnötigen Reunion enden, mit keiner Notwendigkeit der Rückbesinnung auf "alte Stärken" nach dem man mal zwischendurch Scheisse gebaut hat(Das 95er Werk "the Tankard" wird jetzt mal auf Grund des Geburtstags-Bonus ausgenommen...wirklich schlecht wars ja nicht), ziehen die Frankfurter Obersäufer ihr Ding nun schon satte 20 Jahre gnadenlos durch. Und man könnte fast meinen, dass sich die Band hier extra viel Mühe gegeben hat an ihrem zwanzigsten Geburtstag nicht IRGENDEIN Tankard-Album zu machen, NEIN, es ist das beste seit Jahren!!!

Auffallend ist vor allem die Frische die diese Scheibe versprüht: Produzent Andy Classen hat bei seiner ersten Zusanmmenarbeit mit der alkoholverliebten Spassbande nicht nur den Gitarrensound von Grund auf erneuert (wurde auch langsam Zeit...), sondern hat der Musik der Band auch wieder eine gewisse Atmosphäre zurückgegeben. Gerre´s Stimme klingt heftiger, rauher und zugleich unverbrauchter als auf den letzten drei Alben zusammen, das Songwriting(das sich keineswegs nach dem ersten Anhören bereits in voller Güte erschliessen lässt) ist abwechslungreicher, zugleich kompakter und schlicht und ergreifend BESSER als auf den Endneunziger-Werken, wobei sich das starke Zurückschrauben der zuletzt regelmässig eingesetzten punkigen Melodiebögen äusserst positiv auswirkt. Es gibt wieder SPEED ohne Ende!

Songs heraus zu heben ist schwierig, denn die Platte knallt an allen Ecken und Enden. Lupenreiner Thrash Metal, und nichts anderes! Erwähnenswert ist auch die Bandhistory im Booklet, in der so Anekdoten wie beispielsweise der Gastauftritt in "Ein Fall für zwei", sowie das Antesten eines 50 Jahre alten(!!!) Gitarristen humorvoll erzählt wird. Obendrauf gibts noch die ersten beiden Demos ohne Aufpreis dazu ("2-CD-Set"), und fertig ist das mit Leichtigkeit beste Tankard Album seit Anfang der Neunziger.