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Bang
Your Head!!! 2002
28.02.2002, Balingen, Messeglände/ Powermetal.de
Samstag,
29.06.2002
Auweia, der Freitag war doch ein wenig heftig. Das Partyzelt am Campingplatz
hat mich doch ein wenig aufgehalten - so bis 4 Uhr morgens. Kein Wunder,
bei all den Klassikern die dort gespielt wurden. Leider haben sich dann
auch immer wieder die selben Klassiker über alle drei Tage hindurchgezogen
- na ja, that's Metal!
S.A.
ADAMS
09.40 - 10.05 Uhr
Es ist nicht leicht, an einem Samstag Morgen den Opener zu machen, besonders
nach dem sehr guten Freitag-Gig im naheliegenden WOM. Jedenfalls bemühten
sich die Mannen von S.A. ADAMS redlich, um ein wenig Stimmung zu verbreiten,
was ihnen zum großen Teil auch gelang. Die Setlist
bestand überwiegend aus Songs der neuen Scheibe "Stovepipe".
Tracks wie "Coming Home" oder "Reborn" kamen beim
Publikum sehr gut an und wurden stellenweise sogar mitgesungen.
Ein wirklich gelungener Auftakt von S.A. ADAMS.
[Alex]
MÄGO
DE OZ
10.15 - 10.50 Uhr
Die Überraschung schlechthin sind die Spanier MÄGO DE OZ.
Die Spanier boten einen absolut überzeugenden Gig und begeistertesten
mit ihrem Folk-Metal die anwesenden Headbanger. Schätzungsweise
gut und gern 2000 Metaller haben sich vor der Bühne eingefunden
und ließen sich von Sänger Josè ohne Probleme dirigieren.
Musikalisch war die Band ein Hochgenuss - hammerharte und beinschnelle
Gitarrenriffs; mit Geige, Flöte und Ziehharmonika zelebrierte Soli
und einem
gnadenlos guten Sänger - dazu eine gehörige Portion Spielfreude
machten den Auftritt der Spanier zu einem kleinen Highlight. Daumen
hoch für MÄGO DE OZ!
[Alex]
TANKARD
11.05 - 11.40 Uhr
Nun, wer außer TANKARD kommen schon auf die Idee, eine Bühne
in Schlafanzügen zu betreten? Niemand. Vielleicht war es ja ein
kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, dass man die seit 20 Jahren bestehende
Band so weit vorne im Billing platziert hat? Auch die Ansage - "Wir
sind TANKARD! Uns gibt es seit 20 Jahren.
Eigentlich sollten wir um 20 Uhr hier spielen, lehnten aber ab, weil
wir um diese Uhrzeit schon komplett dicht sind"! - von Frontgigant
Gerre lässt darauf schließen, dass die Teutonen-Thrasher
nicht gerade glücklich mit dem Billingplatz waren.
Aber egal, TANKARD sind eigentlich über jeden Zweifel erhaben und
stehen auch über solche Dinge drüber. Zumindest ließen
sie sich nicht den Spaß auf der Bühne verderben. Dafür
sorgten schon so Gassenhauer wie "Alien", "Maniac Forces",
"Chemical Invasion", "Space Beer", "Freibier"
oder "Kings Of Beer".
TANKARD sind im Grunde wie MOTÖRHEAD - die können einfach
nichts falsch machen! (Aber über meinen Vergleich von NIGHTWISH
mit VADER mosern, jaja! ;-) - Rouven)
[Alex]
VANDEN
PLAS
11.50 - 12.30 Uhr
Die deutschen Proggies waren zwar gern gesehene Gäste auf dem Bang
Your Head, hatten teilweise aber auch einen schweren Stand. Ist klar
- auf einem eher traditionell ausgerichteten Festival tut man sich mit
progressiveren Sounds ein wenig schwer. Das sahen wohl auch VANDEN PLAS
so - und packten kurzerhand die Keule aus. Mit knackig-speedigen Songs
wie "Free The Fire", "Cold Rain"
oder "Rainmaker" legten die Pfälzer los wie die Feuerwehr
und konnten das zu Beginn noch recht skeptisch wirkende Publikum schnell
von ihren Qualitäten überzeugen. Auf die instrumentalen Fähigkeiten
der Jungs braucht nun wirklich nicht eingegangen zu werden, und auch
Sänger Andy Kuntz wahr eine richtige Ohrenweide.
Neben dem brachial-guten Sound (braucht beim BYH eigentlich eh nicht
mehr erwähnt werden...) gefiel mir bei dem Gig besonders das Publikum:
Zu der Uhrzeit (immerhin noch vor 12:00 ;-)) und bei diesem Festival
eine so gute Stimmung, das spricht doch deutlich dafür, auch in
Zukunft zumindest teilweise verstärkt auf die progressive Karte
zu setzen. Schade, dass SYMPHONY X nicht
spielen konnten, denn diese hätten den Eindruck sicherlich nur
noch verstärkt. So musste man sich "nur" mit VANDEN PLAS
zufrieden geben - und zufrieden konnte man wirklich sein!
[Rouven]
SHAKRA
12.45 - 13.30 Uhr
Poser-Hard Rock aus der Schweiz gefällig? Nun ja, wenn's denn sein
muss. Da Kollegin Kathy leider keine Berichte übernehmen konnte,
fiel mir die zweifelhafte Ehre zu, SHAKRA besichtigen zu dürfen.
Was soll man groß sagen? Neben PINK CREAM 69 gibt es für
mich keine - europäische! - hart rockende Band, die musikalisch
oder inhaltlich einigermaßen interessant wäre. So auch die
Jungs aus dem Nachbarland, die dafür den Nerv des traditionell
ausgerichteten Publikums voll und ganz trafen. Stimmung machten sie
auf jeden Fall ordentlich, und auch musikalisch war das Ganze vollkommen
in Ordnung. Nur wollte der Funken - zumindest zu mir - nicht wirklich
überspringen, was sich dann in einer halben Stunde gepflegter Langeweile
äußerte. Die restlichen fünfzehn Minuten dann doch lieber
ab ins Backstagezelt. Und ich stehe dazu. Horst, hol im nächsten
Jahr doch lieber die Pinkies wieder - die haben nämlich Stil. Und
Klasse ;-)
[Rouven]
IRON
SAVIOR
13.45 - 14.30 Uhr
Nachdem IRON SAVIOR gerade ihr neues Album "Condition Red"
herausgebracht haben, war klar, dass daraus auch einige Songs beim BYH
präsentiert werden, wie z.B. der Opener "Protector" oder
das Titelstück "Condition Red". Die übrigen Songs
waren ein Querschnitt durch alle bisher veröffentlichte Alben ("Coming
Home", "Iron Savior", "Watcher In The Sky",
"Made Of Metal", "Mindfeeder", "I´ve
Been To Hell" und "Atlantis Falling").
IRON SAVIOR wurden an diesem Tag verstärkt durch den Kai Hansen-Ersatz
Uwe Lulis (Ex-GRAVE DIGGER, REBELLION), der schon einmal bei ihnen ausgeholfen
hatte. Die Soli wurden dabei zwischen den drei Gitarristen aufgeteilt.
Keyboard gab es an dem Tag keines. IRON SAVIOR waren in toller Spiellaune
und haben ihre Songs gut gespielt, soweit ich das beurteilen konnte.
Das Problem war
eigentlich nur, dass die Beurteilung etwas schwer fiel aufgrund des
schlechten Sounds. Wie schon bei einigen anderen Bands auf diesem Festival
waren vor lauter Bass-Drum-Gewummer keine Gitarren (obwohl es drei an
der Zahl waren) und der Gesang nur leise zu vernehmen. Bei Piet Sielck,
der übrigens auch manchmal als Mischer tätig ist, klang der
Gesang dann streckenweise wie über einen
Weltempfänger.
Beim diesjährigen
BYH wurde, wie für alle zu sehen war, am Sound gespart, indem man
nur noch jeweils eine Boxenreihe an jede Seite befestigt hatte (die
Anzahl der Tieftöner ist wohl aufgrund des Gewummers gleich geblieben).
Zwei Jahre zuvor hingen da noch ungefähr vier Reihen. Aber selbst
mit dieser einen Reihe wäre ein guter Sound möglich gewesen
wie SAXON, SLAYER oder BONFIRE
bewiesen haben, aber scheinbar hat das Geld, trotz gestiegener Preise,
nicht für einen anständigen Mischer bei den Vorbands gelangt.
Bei solch einem Sound kann eine Band noch so perfekt spielen, sie wird
nie die Anerkennung bekommen können wie bei einem guten Sound.
Ein weiterer,
allerdings kleiner Nachteil für IRON SAVIOR im Vergleich zu den
meisten anderen Bands auf dem BYH, speziell CANDLEMASS, war die Tatsache,
dass Piet Sielck als Sänger und Gitarrist an seinen Mikroständer
gefesselt ist, so dass es für ihn viel schwieriger ist, die Fans
anzufeuern und
anzutreiben wie beispielsweise Messiah. All diese Dinge dürfen
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass IRON SAVIOR einen
wirklich guten Job abgeliefert haben.
[Tilmann]
CANDLEMASS
14.45 - 15.30 Uhr
War am Freitag mit JAG PANZER die erste lebende Legende am Start, so
gaben sich am Samstag die Schweden von CANDLEMASS die Ehre. Dass die
Doom-Götter abgefeiert wurden wie Oskar, war dann klar. Das Publikum
stand von Beginn an Kopf, Messiah Marcolin erwies sich als Stimmungsmacher
und Bühnenderwisch par excellence, und zu Slo-Mo-Hymnen wie "At
The Gallows End", "Mirror Mirror" oder "Solitude"
ließ es sich herrlich bangen, moshen (langsam natürlich)
oder einfach nur glücklich sein. CANDLEMASS verstehen es wie vielleicht
noch eine Handvoll anderer Bands, eine ganz besondere und eigene Stimmung
während einem Live-Gig zu erzeugen, welche dann von der Band selbst
und dem vollkommen begeisterten Publikum aufgesogen und ohne Ende zelebriert
wird - so auch hier in Balingen, dem ersten Auftritt in Deutschland
seit der Reunion.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Band das erste Mal
live erlebt habe, allerdings zur Wiedergutmachung auch gleich noch,
dass ich wirklich überwältigt war. Nicht nur von der unaufhaltsam
vorwärts rollenden Doom-Lawine, nein, ganz besonders auch vom Charisma
des Messias und von der schier unglaublichen Stimmung. Mag man von Doom
halten, was man will - CANDLEMASS sind mit Sicherheit nicht nur in dem
musikalischen Bereich eine verdammt hohe
Messlatte, die es erst mal zu überspringen gilt. Eines wurde mir
bereits nach dem zweiten Song klar: Wenn es eine Reunion gibt, welche
die Menschheit wirklich gebraucht hat, dann diese!
[Rouven]
RAWHEAD
REXX
15.45 - 16.40 Uhr
Etwas unverständlich war, dass eine im Vergleich zu den anderen
etwas unbekanntere und neuere Band wie RAWHEAD REXX so spät spielen
konnte (u.a. nach den Ikonen CANDLEMASS) (Nicht nur für dich! -
Alex). Aber auch sie schlugen sich sehr gut.
Nach dem Intro ihrer bisher einzigen CD legten sie mit "Holy War"
los und ließen in der Folge noch weitere gradlinig melodische
Power Metal-Songs vom Stapel, wie z.B. "Town Of Skulls" oder
einen neuen Song ihrer kommenden CD. Für mich überraschend
war, dass der Sänger Jürgen Volk, der mir noch aus GLENMORE-Tagen
ein Begriff war, auch noch ziemlich gut Gitarre spielen kann. Auch
wenn er bei den GLENMORE-Veröffentlichungen als deutscher Geoff
Tate abgefeiert wurde, muss man sagen, dass sein Gesang in den höheren
Lagen manchmal etwas dünn klingt und für Freunde tiefer Stimmen
auf die Dauer etwas nervig sein könnte.
Im Set wurde dann noch eine eigenwillige (sehr, sehr eigenwillig, mein
Lieber. Ich schaudere jetzt noch! - Alex) Version des BLACK SABBATH-Hits
"Heaven & Hell" präsentiert, die bestimmt nicht schlecht
war, jedoch mit dem Original nicht mithalten konnte. Bei dem namengebenden
Song "Rawhead Rexx" kam dann ihr gleichnamiges Maskottchen
auf die Bühne. Die Parallelen zu Eddie von IRON MAIDEN waren nicht
zu verbergen. Als letztes Stück gab es noch eine Überraschung:
Man spielte mit Geoff Thorpe von VICIOUS RUMOURS zusammen deren Hit
"On The Edge".
RAWHEAD REXX können diesen Auftritt sicherlich als Erfolg verbuchen.
[Tilmann]
NEVERMORE
16.55 - 17.55 Uhr
Was gibt es schöneres, als die Tatsache, die letzte Band an einem
Festivaltag reviewen zu müssen? Richtig, ziemlich wenig. Noch schöner
ist das Ganze allerdings dann, wenn es sich um NEVERMORE handelt.
Hatten mich die Jungs aus Seattle im letzten Jahr bei ihren Festivalauftritten
noch ein wenig enttäuscht, da man sich steif und unflexibel an
die Setlist der Clubgigs hielt, so schienen Warrel Dane und Co. dieses
Mal alles besser machen zu wollen: Die Band war in absoluter Festivalstimmung,
was darin resultierte, dass alle bis auf Drummer Van Williams wie von
der Tarantel gestochen über die Bühne jagten. Klampfer Jeff
wagte sich teilweise sogar an den
vorderen Bühnenrand vor, was man bei ihm verdammt selten sieht.
Vielleicht lag es an Tour-Gitarrist Steve Smyth (TESTAMENT), der den
Jungs einen zusätzlichen Energieschub verlieh, vielleicht aber
auch an der Tatsache, dass die "Enemies Of Reality"-Aufnahmesessions
laut Warrel geradezu wunderbar ablaufen.
Auf jeden Fall gab's mit "Beyond Within", "Narcosynthesis"
und "The Sound Of Silence" mächtiges Kraftfutter auf
den Wirsing, was die versammelte Menge zum fröhlichen Dauermoshen
animierte. Warrel war erstaunlich Kontakt- und Laberfreudig unterwegs
und erzählte ein wenig von der neuen Platte, bedankte sich bei
TESTAMENT für die Leihgabe und verwies immer wieder darauf, dass
man ja
eine Thrash-Band sei. Von der in Bälde erscheinenden neuen Platte
gab's auf jeden Fall schon mal eine Hörprobe, welche sicherlich
nicht nur meine Erwartungen ins unermessliche steigerte - der gute Warrel
hat auf jeden Fall damit Recht hatte er auch mit der Vorwarnung, dass
es bei den Festivalauftritten von NEVERMORE ein paar Überraschungen
geben würde: "Ride The Lightning" als
letzter Song - wer hätte das gedacht?
Ein fettes Dankeschön geht von meiner Seite aus nach Seattle, und
lasst euch gefälligst bald wieder hier blicken!
[Rouven]
DORO
18.15 - 19.25 Uhr
Über DORO gehen ja die Meinungen weit auseinander. Da gibt es die
langjährigen Fans, die voll und ganz zu ihr stehen und da gibt
es die, die allenfalls was mit ihrer vorherigen Band WARLOCK anfangen
können, da ihre letzten Platten doch sehr unmetallisch waren.
DORO hatte es sicherlich nicht leicht, da sie als Ersatz für die
heiß erwarteten MAGNUM eingesprungen war. Jedoch machte sie ihre
Sache hervorragend, da sie die Setlist geschickt zusammengestellt hatte.
So fing sie zur Freude aller mit ihren alten, harten Metal Openern der
ersten Alben an, ging über in "Triumph & Agony"-Material
und steckte sehr selten mal ne neue oder nicht oft gespielte (z.B. "Hellraiser"
vom "Force Majeur"-Album) Nummer zwischenrein. Auf die zweifelhaften
Elektro-Ausflüge ("Machine II Machine") wurde glücklicherweise
komplett verzichtet.
Demzufolge war die Stimmung im Publikum auch durchgehend euphorisch.
Songs wie "All We Are" oder "Für immer" kennt
halt jeder. Die neuen Songs dagegen, wie z.B. "Fight" (ist
der Boxerin Corinna Halmich gewidmet) oder "Jade" konnten
mich im Vergleich zum alten Material nicht so ganz überzeugen.
Die Band,
die sie schon seit einiger Zeit begleitet, war auch sehr professionell
und machte ihre Sache bis auf ein paar Kleinigkeiten sehr gut. So fehlten
bei "East Meets West" die kreischenden Gitarren sowie die
Schreie von DORO und "Metal Tango" kommt einfach besser mit
zwei Gitarren (der zweite Gitarrist musste öfter mal die Tasten
übernehmen). Der Bassist Nick Douglas und der Gitarrist Joey Taylor
hatten sichtlich Spaß daran, bei dem tollen Wetter mit nacktem
Oberkörper über die Bühne zu pirschen, wohingegen DORO,
ganz in Leder, sich meist vorne am Bühnenrand bei den Fans aufhielt.
So wurde ihr während dem Konzert auch mehrmals ein blauer, ihrer
Meinung nach zu großer, BH auf die Bühne geworfen. Als letztes
Lied kam dann noch ihre Nummer "Ich will alles". Diese klingt
meiner Meinung nach etwas nach den TOTEN HOSEN, nur nicht ganz so gut.
Alles in allem muss man sagen, dass man wohl in Zukunft mit DORO noch
rechnen kann, zumindest mal auf alle Fälle in Sachen Live-Performance.
Setlist:
Hellbound
Burning The Witches
I Rule The Ruins
Burn It Up
Chained
Metal Tango
Für immer
Hellraiser
East Meets West
Fight
All We Are
Jade
Ich will alles
[Tilmann]
HALFORD
19.55 - 20.50 Uhr
Was hatte ich mich auf den Auftritt vom "Metalgod" doch gefreut.
Immerhin war ja bekannt, dass Mr. Rob Halford einige JUDAS PRIEST-Klassiker
aus dem Ärmel geschüttelt hat und diese auch problemlos intonieren
konnte.
Allerdings war der HALFORD-Auftritt von zwei Problemen gekennzeichnet.
Problem Nummer Eins:
Stimmlich, zumindest bis "One Will" - das immerhin der neunte
Song war - kam der Ex-Oberpriester absolut nicht in die Gänge.
"Betrayal", ein Stück von neuen Album "Crucible"
sang er locker zwei Oktaven tiefer; auch bei "Painkiller"
konnte er seine Stimme nicht in die Höhe schrauben und blieb auch
bei den sonst so Halford-typischen Schreien weit unter seinem sonstigen
Niveau.
Problem Nummer Zwei: Die komplette Band war lustlos, uninspiriert und
harmlos. Niemand in der
Band ließ auch nur Ansatzweise so etwas wie Spielfreude aufkommen.
Rob selbst hielt es nicht einmal für nötig, das Balinger Publikum
zu begrüßen. Keine Ansagen zwischen den Songs und beim Abgang
der Band drehte Mr. Halford dem Publikum den Rücken zu und hob
kurz den Arm, so als quasi Dankeschön. Was für eine "Anerkennung"
gegenüber den Fans!
Ebenso spielten HALFORD statt den im Programm bestätigten 70 Minuten,
gerade einmal 55 Minuten.
Die Show, falls man das so nennen kann, war wie eine Aufführung
eines Handpuppen-Kasperltheaters. Rob blieb beständig während
des Singens, auf seinem Platz, um die Texte vom Telepromter ablesen
zu können. Ich frage mich aber dann ernsthaft, warum er sich bei
"Exciter" dann auch noch versang. Das Gitarren-Duo Patrick
Lachman und Mike Chlasciak waren ebenfalls so agil, wie ein S/M-Sklave
auf der Streckbank und verstärkten zusätzlich den Eindruck
von Lustlosigkeit.
Lediglich zwei Tracks, bei denen auch einigermaßen Stimmung im
Publikum aufkam, konnten überzeugen. Das war zum einen "Freewheel
Burning" und Abschluß-Song "The Hellion / Electric Eye".
Dann allerdings zog es der "Gott (?)" vor, sich wortlos zu
verabschieden.
Tja, mein lieber "Metalgod", nach dem Auftritt hast du bei
mir einiges an Pluspunkten verloren. Irgendwie schade, aber nachdem
sich JUDAS PRIEST schon selbst demontiert haben, ist Rob Halford nun
ebenfalls auf dem besten Weg, mit seinen Ex-Bandkollegen gleichzuziehen.
Also Rob, noch ein paar solcher Auftritte und befindest dich da, wo
du dich vielleicht gerne sehen würdest - bei JUDAS PRIEST!!
(Anmerkung: Eine Nachfrage beim Veranstalter wegen dem schlechten Gig
von HALFORD hat folgendes ergeben: ZITAT einer Mail von Jagger vom 04.07.:
"...kann ich nicht viel dazu sagen, außer dass Halford nach
dem Gig verdammt angepisst war. die kurze Spielzeit liegt darin begründet,
dass seine Crew nicht rechtzeitig mit dem Umbau fertig wurde und er
somit sein Set
zusammenstreichen musste, da wir strikt Curfew (23.00 Uhr) haben...
mehr weiß ich auch nicht" - ZITAT ENDE)
Setlist:
Crucible
Golgotha
Painkiller
Riding On The Wind
Cyberworld
Exciter
Resurrection
Made In Hell
One Will
Betrayal
Hearts Of Darkness
Freewheel Burning
The Hellion / Electric Eye
SLAYER
21.30 - 23.00 Uhr
Nach dem mehr als enttäuschenden Auftritt von Rob Halford konnte
es eigentlich nur noch besser werden, und wer SLAYER kennt, der weiß,
dass es besser wurde. Immer wieder waren schon während der Umbaupause
"Slayer"-Rufe zu hören (wenn auch nicht in dem Maße,
wie man es vielleicht erwarten konnte), doch pünktlich um 21.30
Uhr legte das Quartett aus San Francisco los.
SLAYER, bei denen entgegen allen Gerüchten tatsächlich Dave
Lombardo hinter dem Drum-Kit saß, stiegen mit "Darkness Of
Christ"/"Disciple" vom aktuellen Album in den Set ein,
bevor sie mit "War Ensemble" einen ersten Klassiker vom Stapel
ließen. Überhaupt war die Songauswahl sehr gemischt - so
gab es Songs jüngeren Datums ("Stain Of Mind", "Dittohead"),
ebenso wie ältere Klassiker ("Postmortem", "Raining
Blood", "Hell Awaits", wobei dieser "flotte Dreier"
ohne Pause durchgespielt wurde) (Jawoll! Ich kreide SLAYER das heute
noch an, dass sei keine Rücksicht auf meinen Nacken genommen haben
;-) - Alex).
Sogar das 1983er-Debüt wurde mit "Die By The Sword" berücksichtigt,
doch nach "Born Of Fire" gab es dann wieder zwei aktuelle
Songs ("Bloodline", "God Sent Death") zu hören.
Dann war aber erstmal Schluss mit Lustig bzw. mit aktuelleren Songs,
denn danach kamen nur noch Klassiker: "Spirit In Black", "Dead
Skin Mask", "Seasons In The Abyss" und "Mandatory
Suicide" wurden beinahe in
einem Zug durchgespielt. Die Pausenzeiten hielten sich sowieso ziemlich
im Rahmen, und wenn es mal eine kleine Auszeit gab, dann wurde diese
meist durch eine kurzweilige Ansage von Tom Araya überbrückt
- besonders gelungen war die Einleitung zu "Dead Skin Mask".
Und wer schon mal ein SLAYER-Konzert miterlebt hat, der weiß,
dass auch show-technisch nicht viel geboten wird, aber das
ist bei dieser Band auch gar nicht nötig: Es gab eine sehr gelungene
Lightshow, bei der natürlich die Rottöne überwogen, und
das war's auch schon. Aber dadurch, dass fast immer Bewegung auf der
Bühne war, vor allem durch Kerry King und Jeff Hannemann, fehlte
eigentlich auch nichts. Mit "Chemical Warfare" beendeten die
vier US-Boys ihren Gig bzw. den offiziellen Teil, denn ohne Zugabe konnte
das natürlich nicht abgehen. Nach ein paar Minuten, in denen die
Band lautstark abgefeiert wurde, kamen SLAYER auch noch einmal zurück
auf die Bühne, um mit "South Of Heaven" und "Angel
Of Death" die wohl bekanntesten Songs als Zugaben zu spielen.
Danach war es dann endgültig vorbei, doch nach knapp 90 Minuten
SLAYER-Vollbedienung kann man ja eigentlich auch zufrieden sein. Auf
alle Fälle wurden diejenigen eines Besseren belehrt, die SLAYER
als unwürdigen Headliner eingestuft hatten, denn dieser Rolle wurden
die vier Jungs aus San Francisco mehr als gerecht!
(Anmerkung: Auf Grund dauernd kopfschüttelnder Aktivitäten
der fast kompletten Redaktion hat diese Setlist keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und Korrektheit! ;-) - Alex)
Setlist:
Darkness Of Christ
Disciple
War Ensemble
Stain Of Mind
Dittohead
Postmortem
Raining Blood
Hell Awaits
Die By The Sword
Born Of Fire
Bloodline
God Sent Death
Spirit In Black
Dead Skin Mask
Seasons In The Abyss
Mandatory Suicide
Chemical Warfare
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South Of Heaven
Angel Of Death
[Martin]
Alex Kragl
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