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Bandinfos:
Bandbio Part I |
20
Jahre Tankard - ein Jubelfest mit Rambazamba!
Morgens ein Gläschen, mittags zwei, des Abends vergisst man das
Zählen dabei."
(beliebter
Trinkspruch von der deutschen Südwestküste)
Die Matthäus-Kirche
in Frankfurt soll demnächst abgerissen werden. Aber die Schülerband,
die 1982 im Heizungskeller des Christustempels drauflos lärmte, bis im
Erdgeschoss das Weihwasser aus dem Taufbecken schwappte, gibt´s immer
noch. Und zwar ohne Unterbrechung. Im Zeitalter zahlloser Reunion"-Phantome,
die mal kurz aus der Gruft schießen, die Hand aufhalten und wieder zu
Staub zerfallen, eine respektable Leistung.
Die Erfinder
der sinnfreien Stilrichtung Alcoholic Metal" feiern im Frühjahr
2002 mit ihrem zehnten Studioalbum B-Day" ein beinahe unglaubliches
Jubelfest: Wir erheben unsere Humpen auf 20 Jahre TANKARD mit regelmäßigen
Veröffentlichungen in ausschließlich aus Frankfurtern bestehenden
Line-ups. Dies ist angesichts von immerhin fünf Besetzungswechseln ein
kleines Kunststück. An dieser lokalpatriotischen Konsequenz kann nicht
mal der örtliche Balltreterverein rappeln: Die SG Eintracht pflügte
zuletzt in den siebziger Jahren mit einer hessischen Traum-Achse namens Grabowski,
Hölzenbein, Körbel, Doktor Hammer und Doktor Kunter über Europas
Spielwiesen.
Als es mit der Hessen-Treue des Chaos-Clubs vom Riederwald schon langsam bergab
ging, holte sich der 13-jährige Andreas Fritz Johannes Geremia standesgemäß
seinen ersten Vollrausch: Nach dem UEFA-Cup-Sieg der Frankfurter im Mai 1980
zapften die Bierbuden Freigetränke bis zum Attest.
Zwei Jahre später
versammelte sich der künftige Schreihals Gerre" zusammen mit
vier weiteren langhaarigen Gesinnungsgenossen aus der zehnten Klasse des Goethe-Gymnasiums,
angestiftet von Axel Katzmann (g.) und Frank Thorwarth (b.), erstmals zum
gemeinsamen Radau. Zunächst unter den Etiketten Vortex und Avenger, bis
Axel und Frank den Namen TANKARD (Bierkrug) aus einem Wörterbuch angelten.
Resultat mehrwöchiger Anstrengungen des fidelen Fünfers war ein
Acht-Minuten-Rumpler namens ´Ray Death´, eine ziemlich lahmarschige
Nummer über den Atomkrieg", wie Gerre schnell herausfand. Logische
Konsequenz: Das Tempo musste verdoppelt werden. Die musikalische Erfolgsformel
war gefunden - und ist es bis heute geblieben: »Schneller Thrash-Punk.
Das übliche Gehacke und Rumgeschreie halt.« Der Rest war pure Anarchie
mit jeder Menge Fun. Denn ohne Humor, weiß Gerre, »gäb´s
uns gar nicht.«
Nach einjähriger
Konditionsbolzerei im Probebunker fand am 28.5.83 in einem Klassenraum der
gemeinsamen Penne das Debüt-Konzert" statt. Ordnungsgemäß
standen seinerzeit noch Milchtüten auf den Boxen. »Da war nämlich
offiziell Alkoholverbot. Also haben wir unser Bier da reingekippt und dann
während des Gigs immer wieder dran genippelt.«
Schon vor diesen unfassbaren Exzessen erfolgte allerdings der Abpfiff für
Saitenhexer Bernhard Rapprich. Bernhards wertkonservativer Papa hatte laut
Gerre »keinen Bock drauf, dass sich sein braver Bub mit diesen Asis
rumtreibt, die lieber Beer Metal als Intellektuellen-Grütze machen. Wir
haben nie wieder was von ihm gehört. Keine Ahnung, was aus ihm geworden
ist. Wahrscheinlich hat er im Gegensatz zu uns ´ne große Karriere
gemacht. Als Hausmeister.«
Die erste Alternative für den vakanten Saitenschrubber-Job entpuppte
sich schnell als die beste: In der Parallelklasse trieb sich ein AC/DC-Maniac
namens Andy Bulgaropulos herum, der kurzerhand gekidnappt und in den Katakomben
des Doms angekettet wurde. Erst 1998 gelang dem Mann die Flucht nach Berlin
zu Frau und Kind.
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