TANKARD - "Jubiläums-Konzert 20 Jahre" - 29.05.2002 Frankfurt Batschkapp
(Dark Tales: www.dark-tales.de/Konzerte/Tankard/tankard.html)

Die hessischen Thrasher von TANKARD hatten zum großen Band-Jubiläum geladen, und fast alle kamen: Die Frankfurter "Batschkapp" war zu Konzertbeginn gegen 21:30 Uhr nahezu ausverkauft. Als Vorgruppe hatten die Power-Metaller von SQUELER den Fans schon einmal ordentlich eingeheizt! - Leider konnte ich den Gig der Jungs aus Zeitgründen nicht mitverfolgen. Damit also gleich zum Headliner des Abends: 20 Jahre TANKARD! Wie schnell doch die Zeit vergeht.

Als Shouter Andreas "Gerre" Geremia sowie Bassist Frank Thorwarth 1982 auf der Schulbank auf die Idee kamen eine Thrash-Band zu gründen, die sich textlich mit solch philosophischen Dingen wie Saufen, Popper-Jagen und dem Bier-Reinheitsgebot auseinandersetzt, dachten sie wohl nicht im Traum daran, sich nach so vielen Jahren mit ihren treuen Fans zur großen Geburtstags-Party treffen zu können. Aber ihr "Alcoholic Metal" war und ist trotz einiger Durststrecken (besonders in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre) einfach nicht unterzukriegen - "und das ist auch gut so"! Gespannt sein durfte man auf die Song-Auswahl, denn TANKARD können mittlerweile nach zwölf Veröffentlichungen auf einen großen Back-Katalog zurückgreifen! Doch hier ließen die Frankfurter nix anbrennen und präsentierten so manches Extra-Bonbon. Schon beim Auftakt herrschten sub- tropische Temperaturen in der "Batschkapp" und die Diver flogen zu Titeln wie "Mercenary", "Don´t Panic", "The Morning After" und "Poison" im Sekunden-Takt von der Bühne! Überhaupt fühlte man sich ca. 15 Jahre zurückversetzt, denn ein so ausrastendes Publikum mit Mosh-Pit, Stage-Diven, Crowd-Surfen und sonstigen sportlichen Höchstleistungen, hatte ich in der letzten Zeit nicht mehr erlebt. Es war einfach eine geile Fete!

Der Schwerpunkt der Songs lag erfreuerlicherweise bei den ersten beiden TANKARD-Alben "Zombie Attack" (1986) und "Chemical Invasion" (1987), was dem Geschmack der anwesenden Banger völlig entsprach. Die Titelstücke der genannten Scheiben wurden von Standards wie zum Beispiel "Space Beer" oder "Nation Over Nation" abgelöst. Natürlich huldigten die Schluckspechte auch ihrer eigenen TANKWART-Vergangenheit, und man brachte den Kult-Track "Freibier (für alle)"! Die Gruppe gab alles auf der Bühne; war ständig in Bewegung und goss noch zusätzliches Öl ins Feuer. Besonders "Gerre´s" Ansagen waren für manchen Brüller gut (jedoch auch sein Bauchum- fang! - Mann, hat der zugelegt!). Vom letzten aktuellen Werk "Kings Of Beer" (2000) wurden "Dark Exile" und "Tattoo Coward" in den Saal gehämmert - gefolgt von "Rectifier" - einem Vorgeschmack auf das demnächst erscheinende neue Album "B-Day" (für was wohl das "B" steht ... ?). Und man muss sagen, dass dieses neue Stück in bester Thrash-Manier voll überzeugen konnte!

Aber es kam anschließend noch besser: Classics wie "Alien" und "Maniac Forces" und "Alcohol", ließen die Grundmauern der "Batschkapp" doch bedenklich erzittern, und dann gingen TANKARD zurück zu ihren Demo-Zeiten und überraschten mit "Death By Whips", und die Ober-Kult-Nummer "Rundown Quarter" (mit unbeschreiblich, peinlich-genialen Lyrics). Was für ein Freudenfest - allen Frankfurter Fussball-Verrückten, die zahlreich erschienen waren - widmete "Gerre" (ein bekennen- der Eintracht-Fan) den Song "Schwarz-Weiß wie Schnee"! Schließlich kam es, wie es kommen musste: "(Empty) Tankard" läutete das große Finale ein und ex-Gitarrist Andy Bulgaropulos unterstützte die Band an der Klampfe - und alles rastete noch ein- mal kollektiv aus! - Nach über 120 Minuten "Alcoholic Metal" war dann Schluss; allerdings nur mit dem Auftritt - denn anschließend stieg noch eine geile After-Show-Party bis in die frühen Morgen- stunden, an dem sich auch die Jungs von TANKARD eifrig beteiligten.

Erwähnenswert ist unbedingt noch der faire Eintrittspreis von 10 Euro im Vorverkauf bzw. 12 Euro an der Abendkasse. Hier haben TANKARD wirklich an ihre Anhänger gedacht und diesem "Teuro- Wahnsinn" Mal etwas entgegengesteuert! Fazit: Es war eine Spitzen-Party ... und mit TANKARD wird demnächst wieder verstärkt zu rechnen sein. Das kann ich euch versprechen! (Marco)

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